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Teil 4: Was ist Karies, und wie entsteht sie?

Thema der heutigen Zahnputztipps ist die Erkrankung, die trotz Kenntnis ihrer Ursachen und vielfältiger Möglichkeiten der Prophylaxe die häufigste Erkrankung des Menschen überhaupt ist: Die Zahnkaries.

Gesamtgesellschaftlich ist die Karies und deren Folgen gar nicht so unbedeutend, denn allein ca. 10% der Kosten müssen von den Krankenkassen zu Ihrer Behandlung aufgebracht werden. Ein Bruchteil würde im Übrigen reichen, um eine effektive Prophylaxe für alle Altersgruppen durchzuführen.

Karies wird durch Bakterien hervorgerufen, genaugenommen durch deren Abbauprodukte, die die Bakterien beim Umsetzen der Zuckeranteile der Nahrung freisetzen. Es ist jedoch falsch anzunehmen, Karies sei eine Infektionskrankheit, denn das ließe den Umkehrschluss zu, man könnte sie mit Medikamenten heilen. Karies ist der Ausdruck eines gestörten Gleichgewichtes der De- und Remineralisationsvorgänge an den Zahnoberflächen durch ein Überwiegen der Demineralisation.

Nach den Mahlzeiten setzen sich an den Zahnoberflächen geringe Mengen an Nahrungsresten ab. Enthält die tägliche Nahrung viel Zucker, können sich Bakterien aufgrund dieses Nahrungsangebotes in diesen Belägen prächtig vermehren. Die Abbauprodukte sind Säuren. Diese Säuren lösen aus den Zahnoberflächen, die aus Calciumphosphat bestehen, Ionen dieser Bestandteile heraus. Das passiert täglich nach jeder Nahrungsaufnahme, ist also nicht so tragisch, denn nach dem Abebben der Säureattacke werden in diese angeraute Oberfläche durch den Speichel bereitgestelltes Calcium und Phosphat wieder in den Zahn eingebaut. Dieses Gleichgewicht ist sehr stabil und kann durch Fluorid aus der Nahrung und vor allem aus DENTTABS® Zahnputz-Tabletten optimiert werden.

Wird Fluorid in die Hartsubstanz eingebaut, ist sie gegenüber Säuren wesentlich widerstandsfähiger. Bleiben diese Beläge auf Teilen der Zahnoberflächen längere Zeit liegen, weil zum Beispiel keine Zeit zum Putzen ist oder die Zahnseide gerade nicht zur Hand war, wird aus tieferen Schichten der Zähne die Oberfläche durch Calcium und Phosphat wieder komplettiert. Das geschieht dann auf Kosten der Statik des Zahnes, denn er wird bei weiterer permanenter Säureeinwirkung im Inneren porös: Dies bezeichnet der Fachmann als kariöse Frühläsion. Dauert dieser Zustand der Oberflächenreparatur aus sich selbst heraus längere Zeit an, entstehen Hohlräume, die bei Kaubelastung einbrechen und dann fühl- und sichtbar werden: Braun, hässlich, zerklüftet, übel riechend und manchmal auch schmerzend.

Vor einem Einbruch der Oberfläche kann die poröse Schicht darunter nach dem gründlichen Säubern im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung wieder remineralisiert werden, sofern diese weiterhin nach jeder Nahrungsaufnahme gesäubert wird. Ist die Oberfläche erst einmal defekt, hilft nur noch eine Füllungstherapie.

Die bleibenden Zähne sind in den ersten Jahren stärker kariesanfällig als später. Aus zwei Gründen: Erstens reifen die Zähne nach dem Herauswachsen aus dem Knochen im Mund nach und zweitens ist man als Kind den Süßigkeiten mehr zugetan als in späteren Jahren. Leider ergänzen sich beide Faktoren. Karies hat nicht an allen Bereichen der Oberfläche die gleichen Chancen. Es gibt nur einige Stellen, an denen sie auftreten kann: Das zerklüftete Relief der Kauflächen, die Zahnhälse, die Zahnzwischenräume und die Ränder aller älteren zahnärztlichen Restaurationen (Füllungen, Kronen). Kontrollieren Sie es ruhig in Ihrem Mund, wo sie Füllungen haben.

Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer Karies spielt die Zeit. Einmal die Zähne nicht richtig geputzt, bedeutet nicht sofort eine kariöse Frühläsion in Form einer porösen Oberfläche oder gar ein Loch. Die Selbsterhaltung der Gewebe der Zahnoberflächen und die Reparatur-Mechanismen durch Speichel unter Anwesenheit von Fluoriden sind ausgesprochen effizient. Wir Kliniker staunen da oftmals, wie hartnäckig sich die Zähne unter teilweise ungünstigsten Verhältnissen gegen Karies wehren. Es vergehen Monate bis Jahre ehe, ein Zahn zerstört ist. Deshalb ist ein halbjähriger Kontrollrhythmus mit professioneller Zahnreinigung und Individualprophylaxe durch Zahnärztin oder Zahnarzt eine ideale Ergänzung der täglichen Pflege. Kariöse Frühläsionen sind dann noch durch hochdosierte Fluoridapplikation regenerierbar.

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